Am 14.11.2025 flogen 18 Mitglieder der Erasmus+ AG für eine Woche nach Madrid in Spanien.
In diesem Artikel möchte ich euch einiges über unseren Besuch in Madrid erzählen. Aber was ist denn überhaupt Erasmus+ und wieso fahren dessen Mitglieder nach Spanien?
Erasmus+ ist ein EU-Förderprogramm für Bildung, Jugend und Sport. Es unterstützt den internationalen Zusammenhalt und finanziert beispielsweise eben Austausche zwischen Schulen in verschiedenen europäischen Ländern. In unserer Erasmus-AG wird hauptsächlich Mikrotheater betrieben. Mikrotheater ist ein bestimmtes Theaterformat, das ca. 15-20 Minuten dauert und in einem sehr kleinen Raum von ungefähr 10qm spielt, wodurch Raumwechsel und Szenenwechsel stark beschränkt werden und es meist nur einen Handlungsstrang ohne Zeitsprünge gibt. Da die Schauspieler nur wenige Meter entfernt sind, wird es dem Publikum ermöglicht, sich besonders stark auf die dargestellte Geschichte einzulassen und mitzufiebern. Die Stücke können von den verschiedensten Themen handeln, von Migration über Identität bis hin zu zwischenmenschlichen Beziehungen und auch unterschiedlich dargestellt sein, z.B. in Form eines Krimis, einer Liebesgeschichte oder auch mit Bezug zum Publikum wie „audience chooses the ending“.
Ab der 8.Klasse kannst du bei uns an Erasmus+ teilnehmen. Wir treffen uns jeden Dienstag von 13:30 bis 15:00 und arbeiten da in verschiedenen Kleingruppen an unseren Theaterstücken. Das Besondere an Erasmus sind die internationalen Treffen. Jedes Jahr fliegen 20 Schüler mit den Betreibern der AG, Herrn Logmin und Herrn Thiel, nach Spanien, Polen oder Ungarn. Die Reise ist für uns kostenlos, bis auf unsere privaten Unternehmungen mit unseren Gastfamilien. Vor Ort arbeiten wir zusammen mit den Schülern der Partnerschulen an neuen Theaterstücken und stellen sie dann vor. Für die Erstellung und Proben der Theaterstücke haben wir in der Regel 4-5 Tage Zeit. In dieser Zeit wird das Skript geschrieben, Poster erstellt und vieles mehr.
Auch dieses Schuljahr gab es so ein internationales Treffen. Vom 14. bis zum 22.11.2025 waren 18 Schüler der Erasmus+ AG in Madrid, der Hauptstadt Spaniens. Am 14.11 war der Flug von Düsseldorf nach Madrid. Wir kamen abends am Flughafen an und trafen da als erstes den Schulleiter der Partnerschule, Pablo. Er hat sich uns direkt mit seinem Vornamen vorgestellt; seinen Nachnamen kenne ich überhaupt nicht. Dies liegt daran dass die Menschen in Spanien sich fast immer gegenseitig mit dem Vornamen ansprechen. Mit ihm sind wir per Bus zur Partnerschule „IES Joaquin Rodrigo“ gefahren. Bei der Ankunft trafen wir unsere spanischen Partner. Wir begrüßten sie und alle suchten nach ihren Gastgebern.
Für manche Schüler von uns war das schon das zweite oder dritte Mal in Madrid. Aber für den Rest, beispielsweise auch mich, war es das aller erste Mal. Nach ungefähr 30 Minuten verabschiedeten wir uns von den anderen und gingen mit unseren Gastgebern nach Hause. Wir hatten jetzt ein ganzes Wochenende zum Kennlernen, bevor wir dann am Montag am Theaterstück arbeiten mussten. Das war aber nicht das Ende des Tages. Spät abends trafen sich viele von uns mit den anderen in einem Park. Allgemein ist es den Spaniern üblich, das Abendessen sehr viel später zu haben und auch erst nachts oder später einschlafen. Dort lernten wir die spanischen Schüler besser kennen und es war großartig. Am nächsten Tag war es sogar noch besser. Wir gingen mit den anderen ins Einkaufszentrum und trafen da weitere Spanier, die am vergangenen Tag nicht erschienen sind. Hier habe ich mich auch mit den ersten Spaniern sehr gut verstanden. Wir unterhielten uns meistens auf Englisch, aber einige unserer spanischen Freunde sprachen auch etwas Deutsch. Nach einer Weile musste ich als einer der ersten das Einkaufszentrum verlassen, da die Gastfamilie noch Pläne für den Tag hatte. Wir fuhren zu einem anderen Einkaufszentrum, aßen dort zu Abend und spielten zum Abschluss Bowling mit Familie, Tante und Onkel. Am Sonntag gab es dann Änderungen am Plan. Ursprünglich war gedacht, dass wir bei einem schicken Restaurant essen und dann zusammen zum Center von Madrid mit der Metro zu fahren. Das Restaurant war allerdings für viele eine zu lange Strecke. Deshalb hat sich eine spanische Freundin bereit erklärt, ein Treffen bei ihr zu organisieren und dort zusammen Pizza zu essen. Anschließend würden wir uns dann mit anderen treffen und zusammen zum Center fahren. Wir trafen uns also bei ihr und sie spendierte uns allen eine Pizza, was wir sehr großzügig fanden. Auch hier habe ich mich mit weiteren Personen wundervoll verstanden. Danach liefen wir alle zusammen zur Metro, wo die anderen bereits auf uns gewartet haben. Wir kamen abends bei Dunkelheit im Center an und es war eine tolle Aussicht. Wir hatten dort riesigen Spaß. Nach einiger Zeit sind wir dann mit der Metro wieder zurückgefahren und haben uns voneinander verabschiedet. Das war der letzte Tag, wo wir uns nicht um Theater kümmern mussten. Am Montag war dann der erste Tag, an dem wir mit den Theaterstücken in der Partnerschule beschäftigt waren. Zunächst aber wurde uns die Schule gezeigt und es gab eine Rede von drei älteren Mitgliedern, sowie den Lehrern über Erasmus und das internationale Treffen. Das war die sogenannte Opening Gala. Es wurden auch die verschiedenen Gruppen eingeteilt und die Bedingungen, die die Gruppen für ihr jeweiliges Theaterstück haben, mitgeteilt. Nachdem den Gruppen dann ihre Räume zugeteilt wurden, haben wir uns dann und an den folgenden Tagen an die Arbeit gemacht. Damit wir eine grobe Vorstellung des Mikrotheater bekommen konnten, fuhren wir abends mit den Lehrern unserer und deren Schule zu einer Vorstellung, wo wir in unterschiedlichen Gruppen 3-4 Theaterstücke sahen. Danach gab es ein gemeinsames Abendessen in einer schicken Pizzeria, wo wir zusammen aßen, redeten und generell eine großartige Zeit hatten. Um sich auch später an diesem Moment zu erinnern, machten wir reichlich viele Fotos entweder als Gruppe oder mit nur 1-2 Personen. Ab diesem Moment hatten wir uns alle kennengelernt und mochten uns gegenseitig.

Zuletzt machten wir 3 gemeinsame Gruppenfotos, fuhren mit der Metro nach Hause und verabschiedeten uns von den anderen. Leider wurde mir klar, dass unsere Zeit in Spanien sich schon ihrem Ende zuneigte und wir wieder nach Deutschland mussten, obwohl ich eigentlich für immer hierbleiben könnte. Mittwoch war ein regulärer Tag, zumindest was die Theaterstücke anging. Bis zum Schluss also gab es keine Besonderheiten. Nachdem wir frei hatten, beschlossen wir mit einem Teil der Spanier zusammen wieder in den Park zu gehen. Auf dem Weg gab es zwar einen Streit, dieser aber konnte bei der Ankunft im Park deeskaliert werden. Vor Ort widmeten wir uns dann verschiedenen Aktivitäten.
Manche spielten Fußball oder Basketball wie beispielsweise auch ich, während andere zu verschiedenen Songs tanzten. Es gab auch lustige Momente, wo jemand auf die Schulter gepackt wurde und der andere sie dann herumführte. Am Ende gab es noch ein gemeinsames Gruppenfoto und einer nach dem anderen gingen wir nach Hause. Am Donnerstag arbeiteten wir weiter an unseren Theaterstücken und die Schauspieler konnten schon üben. Wir waren am selben Ort, an dem wir am vergangenen Dienstag auch die Vorstellungen gesehen hatten und am nächsten Tag unsere eigenen Stücke präsentieren sollten. Jede Gruppe schaffte es Skript und Poster fertigzustellen, weswegen die Schauspieler dementsprechend schon ihre Rollen einüben konnten. Nach der Arbeit gab es abends ein weiteres Treffen im Park. Wir waren auch auf dem Gipfel eines Hügels. Dort tanzten wir zu verschiedenen Musikrichtungen und nahmen währenddessen verschiedene Fotos mit den Spaniern auf. Ein Spanier und ich wurden sogar in die Luft geworfen. Meine Gastgeber und ich verabschiedeten uns von den anderen und liefen nach Hause. Freitag war der beste Tag, da dort die Farewell Party stattfand. Zuvor aber probten wir unsere Theaterstücke noch einmal schnell und die unterschiedlichen Gruppen konnten ihre eigenen Theaterstücke vorstellen und die der anderen ansehen. Alle Stücke waren für mich Meisterwerke und man konnte erkennen, wie viel Mühe sich gegeben wurde. Dann gab es noch die Closing Gala und wir hatten eine sehr lange Pause, bevor dann die Farewell Party um 8 anstand. In dieser Zeit bereiteten sich die jeweiligen Schüler vor, weshalb es kein Treffen dazwischen gab. Um 8 versammelten sich alle in der Aula der Partnerschule, wo eine riesige Tanz- und Essensfläche war. Jeder brachte einen Haufen von Süßigkeiten mit und war schick für das Event gekleidet.

Stundenlang tanzten wir zu Musik, machten verschiedene Fotos und genossen die Zeit mit den Spaniern sehr. Ich wurde auch hier in die Luft geworfen. Als sich die Party langsam zu Ende neigte, stieg Trauer in jedem auf und viele begannen zu weinen, da am nächsten Tag schon der Abflug nach Deutschland war. Auch mir stiegen Tränen in die Augen, besonders weil ein Großteil der Leute nächstes Jahr die AG verlassen muss und es somit das letzte Mal ist, sie wiederzusehen. Wir weinten und umarmten einander für eine lange Zeit. Nach einem Haufen Fotos, Umarmungen und Trauer begannen die ersten zu gehen. Ich musste als einer der ersten nach Hause, und weinte dort noch für eine lange Zeit. Dieser Tag war für mich einer der schönsten und besten Tage im Jahr 2025.

Am Samstag war dann nachmittags die Abreise. Wir trafen uns deswegen noch vorher im Park, wo wir redeten und spielten und später alle zusammen zum MCs gingen. Außerdem brachten einige von uns weiße Shirts mit, wo alle unterschrieben, um die Zeit in Spanien festzuhalten und sich später daran erinnern zu können. Ich ging dann mit meinen Gastgebern nach Hause, um meinen Koffer abzuholen. Anschließend fuhren wir zur Schule, wo unser Bus zum Flughafen bereits mit den Lehrern wartete. Wir umarmten uns, machten die letzten Fotos, unterschrieben die letzten Shirts und verabschiedeten uns schließlich von den Spaniern. Als wir in den Bus stiegen und zu fahren begannen, sahen wir aus dem Fenster heraus, wie die Spanier uns hinterherliefen und uns zu winkten. Uns allen stiegen Tränen in die Augen und wir winkten lächelnd zurück. Kurz darauf kamen wir am Flughafen an und flogen schließlich nach Düsseldorf zurück, wo unsere Eltern bereits auf uns warteten.
Das war das Ende des internationalen Treffens. Es war für mich eine der besten Wochen überhaupt und ich werde jeden einzelnen Spanier für immer vermissen. Ich bin auch froh, so viele Fotos als Erinnerung zu haben, da es einfach wundervoll war. Das Treffen hat hervorgehoben, wie wichtig Teamwork für eine gute Stimmung ist. Ich freue mich schon auf das nächste Internationale Treffen im April hier bei uns.
Liebe Grüße
Die Redaktion Schülerzeitung
- Erasmus+: Flug nach Madrid 2025 - 16. Januar 2026
