Schultoiletten…

In fast jeder Schule in Nordrhein- Westfahlen existieren wunderbare Einrichtungen, die sich „Schultoiletten“ nennen.

Man könnte ja anhand des Namens behaupten, dass diese Einrichtungen etwas positives mit sich bringen, wie das Geschäft eines Schülers, aber dem ist nicht so. Nämlich werden diese Toiletten von Pause zu Pause aufs Neue enteignet. Zum Beispiel werden fast täglich Drogendeals begangen, oder es wird geraucht. Gründe dafür sind zum Beispiel Aktionen, wie der Grasparcours, der einem das Gefühl gibt, Alkoholiker zu sein. Nur leider interpretieren das viele als Aufruf, Gras zu nehmen, weil diese Alkoholbrille ganz witzig ist.

Aber zurück zu den Toiletten. Wie man an zahlreichen Beschmierungen an der Toilettenwand sieht, kann man deuten, dass vor allem der Geschichtsunterricht zum Geschäft einlädt (siehe Toilettenwand „88“, „61“, „18“). Man könnte ja fast meinen, dass die Schüler, die den wichtigen Geschichtsunterricht verpassen, ja noch andere Taten außer den Stuhlgang ausführen. Aber doch nicht unsere heilige Schülerschaft des Silverberg- Gymnasiums…

Aber bevor wir hier weiter mit der Schattenseite der Toiletten machen, sollten wir uns einmal mit dem Zweck von ihnen beschäftigen, und zwar Entlastung. Stellt euch nämlich mal vor, ihr habt Mittwoch 3./4. Stunde Englisch und es ist 11 Uhr. Euer Körper ist gerade halb am Explodieren, weil ihr auf Toilette müsst. Ihr wurdet schon heute Morgen halb tot von eurer Mutter gezwungen, in die Schule zu gehen, obwohl euch sehr schlecht ist. Wie dem auch sei, seid ihr wie ein anständiger Schüler in der Mitte der ersten beiden Stunden auf die Toilette gegangen, damit euch nicht mehr so schlecht ist. Als ihr wie um euer Leben zur Toilette sprintet, bemerkt ihr am Ziel, dass in keiner der Toilettenkabinen mehr Klopapier vorhanden ist. Also beschließt ihr, nach Tüchern an den Waschbecken Ausschau zu halten. Aber wie eben schon erwähnt, ist es 8:35 Uhr, was heißt, dass schon längst alles an Papier für anderes Zeug genutzt wurde, wie Verschönerung der Spiegel oder flächendeckende Raumbestuhlung. Als ihr also verstört wieder zur Klasse zurück kommt, fragt euch die Lehrkraft den Teufelssatz „GeHt Es DiR bEsSeR?“. Aber zum Glück kann man noch bis zum Anfang der nächsten Stunde durchhalten. Man wünscht es nicht einmal seinem  größten Feind, in der Pause auf Toilette gehen zu müssen, also wollt ihr nächste Stunde gehen. Ihr fragt also ca. 10 Minuten nach Stundenbeginn die Lehrkraft, die euch mit Entsetzten anschaut, wie ihr es noch nie gesehen habt. Ich bin noch unschlüssig, was Lehrer so an Kinderrechten hassen. „AbEr Es WaR dOcH gErAdE nOcH pAuSe! FrAgE mIcH nOcHmAl GeGeN 11.“ Also lasst ihr euch für diese Stunde die 5 eintragen und wartet bis 11. Während des Wartens werden haufenweise Schüler auf Toilette gelassen, nur ihr nicht. Als es dann endlich 11 ist, geht ihr, wie der Main-character nach vorne und bittet, auf Toilette gehen zu dürfen. Doch dann der Satz des Grauens:

„IN ENGLISH PLEASE!“

“May I go to the toilet, please?“

„No.“

„But, I asked you at the beginning of this lesson!“

„If you really did that, I would remember.“²

Der Rest der Klasse bereitet sich dann auch schon mal auf ein Death- Match vor, und holt Popcorn raus. Während die Fäuste bereits fliegen, kommt diese eine Person zur Lehrkraft:

„Kann isch Klo?“

„Yes, sure“

Also packt man seinen Mut zusammen und rast mit Hyperschallgeschwindigkeit aufs Klo, um sich zu entlasten. Man hat dann 2 Minuten Ruhe, bis entweder Lehrer oder Schleimer an der Kabine stehen, um die Tür abzumontieren.

Zum Thema „Abmontieren“: Wenn man auf der Schultoilette ein vollständiges Klo, mit Klobrille etc. findet, ist der Tag ein ganz besonderer. Wenn ihr euch fragen solltet, warum die Schule so wenig Geld hat, liegt die Antwort darin, dass sie wöchentlich 47568946797895677945964798 Euro für neue Klodeckel ausgeben muss.

Aber eine Schultoilette wäre keine Schultoilette, wenn es keinen See aus Urin bei den Stehtoiletten gäbe. Während die Toiletten im Lehrerzimmer vergoldet sind, müssen Schüler passiv rauchen, um ihr Geschäft zu verrichten (was natürlich auch als passive Kackhilfe durchgehen könnte). So fangen schon zum Teil 6. Klässler an, Vapes zu rauchen, weil andere Schüler ihren Dampf zurückgelassen haben. Die Hygiene ist generell ein Thema, wo Schultoiletten ganz hinten liegen. So hängen schon fast intelligente Schimmelpilzkolonien von der Decke oder aus abmontierten Stehtoiletten. Zum Glück wurde der Sensor an solchen Toiletten erfunden, damit man nicht ans Urin des anderen packen muss. Leider haben diese Sensoren einen kleinen Haken, so dass man sie fast verprügeln muss, damit sie reagieren. Und wer das nicht tut, lässt das Klo überschwappen bis zum Geht-nicht-mehr. Wer aber den Begriff „Verprügeln“ richtig interpretiert, weiß, dass man dafür Körperkontakt benötigt. Wie gesagt, ist der Sensor gefühlt in Urin getränkt, weswegen es eine Lose-Lose Situation ist.

Zu lösen sind diese Probleme nur durch harte und teure Maßnahmen. Man könnte eventuell Kameras in den Waschbeckenraum platzieren, aber dann würden irgendwelche Nerds kommen, die nicht wollten, dass man ihnen beim Händewaschen zuguckt. Man könnte auch pro Klassenzimmer eine Toilette platzieren, aber das wäre der Schule zu teuer. Ist ja nicht so, dass sie wöchentlich 47568946797895677945964798 Euro für neue Klodeckel ausgeben.

Zusammenfassend sollte man sagen: Geht nur dann auf Klo, wenn es kritisch wird!

Und weil uns niemals ein Lehrer eine Reaktion auf unsere Beiträge schickt, müssen wir das auch noch selber erledigen:

Einfach wäre nämlich auch die Lösung, die Toiletten nicht einer großflächigen Dauerberieselung auszusetzen. Das würde natürlich ein Grundmaß an gesellschaftlicher Diszipliniertheit oder Verantwortungsbereitschaft voraussetzen, die weit über jeden realistischen Erwartungshorizont herausgehen würde

²- Also, wie ihr bestimmt alle gemerkt habt, ist dieser Satz nicht ganz korrekt. Das liegt daran, weil unsere Englischlehrer uns ja nur „testen“ wollen. Im Normalfall wäre das ihnen ja natürlich nicht passiert. Eigentlich sollte dieser Satz als If- clause III gelten. Das Problem ist nur, dass es falsch gebildet ist. Scheiße, wa? Eigentlich müsste der Satz wie folgt lauten: „If you really had done that, I would have remembered.“. Wer ein absoluter Deutungsprofi ist, könnte jetzt fälschlicherweise denken, dass Englischlehrer gute Pädagogen sind, um uns zu testen. Das sind sie auch. Nur leider vergessen sie immer wieder, wie doof Kinder in der Pubertät sein können, wenn es dann keinen Menschen gibt, der solche Fehler aufdeckt, wird es für immer Leute geben, die das falsche Englisch anwenden. Das Coole bei den Leuten, die noch nicht mal „th“ aussprechen können ist meistens, dass sie andere fertig machen, wenn ihnen ein Fehler unterlaufen ist beim Deutsch sprechen (als Zuwanderer) und dann noch nicht mal Chemie, oder Englisch richtig aussprechen. ³

³- Wenn ihr euch jetzt berechtigt gefragt habt, warum es bei den Fußnoten keine 1 gibt, kann ich euch beruhigen. Ich, als Autor dieses Artikels, bin nämlich zu blöd, ^1 als kleine Ziffer oben rechts zu schreiben. Theoretisch ist es ja möglich, ³(minus   )² zu schreiben, aber das nimmt den Flow aus dem Text, was Fußnoten nicht tun…

Bildquelle: Vandalismus in Schultoiletten: 5 wirksame Methoden, ihn zu verhindern

Jonathan Lemke
Letzte Artikel von Jonathan Lemke (Alle anzeigen)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert