Mitte November will unsere Schule die Handytaschen einführen. Warum und wie es dazu kam, erfahrt ihr in diesem Artikel!
Ihr werdet sicherlich schon letztes Schuljahr mitbekommen haben, dass verschiedenste Artikel im Netz über Handyverbote und über Handynutzung von Schülern die Runde gemacht haben. Darin wurde häufig die Problematik aufgegriffen, wie Kinder sich mit Smartphones und einem frühen Social-Media-Zugang entwickeln und aufwachsen. Auch am Silverberg machte sowas die Runde, allerdings weniger auf Schülerseite, sondern eher von Seiten der Lehrer.
Diese haben nach eigenen Aussagen festgestellt, dass der Unterricht und unser Miteinander auf dem Schulhof massiv gestört wird und sich Schüler immer mehr Cybermobbing, Sexualität im Netz und der Sucht von Social-Media-Konfrontationen ausgesetzt sehen. Unsere Schulleitung und unsere Lehrkräfte sehen sich in der Verantwortung, Schüler davor zu schützen und präventiv an die Sache heranzugehen.
Ab hier kommen dann die Handytaschen ins Spiel. Ein scheinbar einfaches Stofftäschchen soll uns Schülern helfen, dem Drang zu widerstehen, während des Vormittags auf Nachrichten zu antworten. Doch hinter diesen Taschen steckt ein viel ausgeklügelteres System, als man denken mag, wie uns Herr Thiel im Interview erzählte. Die Taschen sollen sämtliche Signale vom Handy abschirmen und es unmöglich machen, Nachrichten zu empfangen. Zudem ist die Tasche per Magnet verschlossen und kann nur durch den sogenannten „starken Industrie-Magneten“ geöffnet werden. So werden Schüler am Morgen gemeinsam mit ihren Fachlehrern ihre Handys in einem morgendlichen Ritual in die Taschen schließen, und am Nachmittag werden diese wieder herausgenommen. Dabei sollen festinstallierte Öffner in verschließbaren Kästen in der Schule hängen und per Schlüssel aufgeschlossen werden.
Die Frage, die sich dennoch nach den vorherigen Schilderungen ergibt, ist folgende: Warum das Ganze?
Wie oben bereits beschrieben, haben Lehrer im Schulalltag eine deutliche Veränderung festgestellt.
Herr Thiel schildert das im Interview folgendermaßen (inhaltlich zitiert): Wir haben Missstände festgestellt und brauchen Maßnahmen. Nachdem wir intern miteinander gesprochen haben, haben wir uns wissenschaftlichen Beistand geholt. Einer davon war der Herr Surrey vom Schulpsychologischen Dienst aus Solingen. Dieser hat uns mit Studien bekannt gemacht, die deutlich zeigen, dass durch die Handys Vereinsamung bis hin zu depressivem Verhalten auftreten kann. Das fanden wir extrem beunruhigend und haben dann uns eben auch andere Schulen angeschaut, wie die mit dem Problem umgehen.
Am Informationsabend für über die beschlossenen Maßnahmen war die Aula bis zum Rande gefüllt mit Eltern und teils sogar Schülern. Wir von der Schülerzeitung waren ebenfalls anwesend und haben uns die Vorträge aufmerksam mit angehört. In diesen wird geschildert, dass Social Media große Gefahren birgt und Kinder nicht zu früh daran herangeführt werden sollten.
Kurz zur Person Markus Surrey: Er arbeitet beim Schulpsychologischen Dienst Solingen und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Thematik. In einem TAZ-Interview beschreibt er zum Beispiel Folgendes: „„Ich würde empfehlen, ein Smartphone erst gar nicht zu kaufen“, sagt der Psychologe – und wirbt für den Verzicht auf das vereinzelnde Internet, für handyfreie Zonen auch zu Hause: „Beobachten Sie doch einmal, wie sich Ihr Familienleben verändert, wenn am Abendbrottisch kein Handy benutzt wird.““
(https://taz.de/In-dieser-deutschen-Stadt-wurden-Smartphones-aus-den-Schulen-verbannt/!6073272/)
Abschließend lässt sich sagen: Das Handyverbot steht fest. In der Schulkonferenz wurde es einstimmig beschlossen und die Lehrkräfte stehen hinter dem Verbot. Doch was denkt ihr davon? Wünscht ihr euch vielleicht eine Einordnung unsererseits? Schreibt uns das gerne in die Kommentare und schaut euch auch das Interview und unser Video dazu an.
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