An den letzten beiden Wochenenden (7., 8., 13., 14. und 15. März) wurde im Schloss Bedburg die Rockoper „Jesus Christ Superstar“ von Musicalautor Andrew Lloyd Webber aufgeführt. Hier bekommt ihr einen Einblick hinter die Kulissen, welche Schwierigkeiten es gab und was sehr gut lief.
In der Rockoper geht es um die letzten 7 Tage der Zeit von Jesus Christus. Erzählt wird die Geschichte aus Perspektive von Judas Iskariot, der Jesus verraten haben soll. Es ist angelehnt an das Judas-Evangelium, welches eine apokryphe Schrift ist, die im 2. Jahrhundert von einer Sekte verfasst wurde. Er wird im Musical als bester Freund von Jesus dargestellt, hinterfragt aber dessen Gefolge und dass er sich mit, aus Judas Sicht, unwichtigen Dingen widmet. In dem ersten Lied „Heaven on their Minds“ erkennt Judas, dass er derjenige sein wird, der Jesus verraten wird und dass sich schon bald die Stimmung seiner Anhänger gegen Jesus wenden wird. Er wiederholt aufs Deutliche, dass er sich und Jesus leben lassen will. In den weiteren Stücken geht es vor allem um Maria Magdalena, die Jesus immer versucht zu beruhigen. Judas hält dies für Zeitverschwendung und möchte, dass Jesus seine Zeit nicht für sie verschwendet. Während zwischen Jesus und Judas ein schlechtes Verhältnis besteht, planen die Prieser, vor allem Kaiaphas und Annas, Jesus zu töten, weil sie ihn als Gefahr für das Judentum ansehen. Im Lied danach zeigt das Gefolge Jesu seine Macht und erwartet, dass er damit die Römer vertreiben würde. Jesus merkt selber, dass etwas nicht stimmt und möchte nicht in den Krieg gegen die Römer ziehen. Danach wird dargestellt, wie der römische Stadthalter Pontius Pilatus geträumt hat, dass er einen unschuldigen Mann kreuzigen soll, und später dann als Täter bezeichnet wird. Nach diesem Lied wird eine Szene aus Jesus Tempel gezeigt, wo viele illegale Sachen gemacht werden. Als Jesus die Täter verscheucht, kommen von allen Seiten immer mehr Verwundete, bis es zu viele sind und Jesus sie alleine lässt. Ab hier nimmt die Ansicht des Gefolges eine komplette Wendung. Als Judas dann Jesus am Ende des ersten Aktes verrät, hört man die Stimmen des Gefolges mit den Worten „Well done, Judas, good old Judas“.
Zu Beginn des 2. Aktes geht es um das letzte Abendmahl, wo Judas und Jesus nochmal in die Haare geraten. Judas verlässt Jesus, um die Soldaten zu holen, während Jesus im Monolog in den Gärten von Gethsemane den Sinn seines Todes bezweifelt. Nach seiner Festnahme wird Jesus von seinem Freund Petrus verleugnet. Als Jesus von Kaiaphas zu Pilatus geschickt wird, wird er direkt wieder weggeschickt, nämlich zu König Herodes, der in Jesus bloß einen Schwachkopf sieht. Währenddessen wird in „Judas Death“ gezeigt, wie Judas sich aufgrund der Belastung wegen des Verrats selbst umbringt. Die Stimmen in seinem Kopf rufen dann „Poor old Judas, so long, Judas“. Pilatus muss unterdessen eine Entscheidung treffen. Entweder er kreuzigt Jesus und befolgt den Willen der Leute und der Priester, oder er folgt seiner Meinung und lässt es sein. Da der Mob immer bedrohlicher wird, lässt er Jesus schließlich kreuzigen. Auf dem Weg zur Kreuzigung erscheint Judas als Engel, der Jesus hinterfragt und provoziert. Er möchte wissen, wer Jesus wirklich ist und ob er das ist, was alle sagen. Das Musical endet also mit einem Zweifel an Jesus.
Zunächst gab es bei der Planung des Musicals viele Fragen, vor allem bei der Umsetzung. Es gab nämlich zu wenige Teilnehmende, weswegen der Hauptchor „San Francesco“ sich mit einem Chor aus Oberaußem zusammengetan hat, nämlich die „Vincents Friends“.
Hinter diesem Projekt steckt sehr viel Arbeit, die vor allem die Hauptdarsteller und die Regie betraf. Die Arbeit konnte souverän in viele verschiedene Teams aufgeteilt werden, was auch das Projekt schnell nach vorne trieb. Ich war beteiligt an dem Team, das für den Umbau zwischen 2 Szenen verantwortlich ist, sowie an dem Team für Lichttechnik. Am Ende der letzten Aufführung am 15 März, bekamen die Mitglieder der Teams Geschenke. Am meisten bekam das Lichtteam, da es erst 2 Tage vor der Premiere gegründet wurde.
Die Schwierigkeiten im Lichtteam bestehen vor allem darin, dass man in manchen Szenen das perfekte Timing braucht, damit es im Zuschauerraum gut rüberkommt. Wenn man in manchen Situationen vergessen hat, das Licht umzuschalten, kann es schwierig werden, einen sauberen Übergang zu finden. Deswegen mussten wir mehrmals das Skript genau durchgehen, damit uns solche Fehler nicht passierten. Die Kommunikation war auch ziemlich schwer, da es so still wie möglich sein sollte und unser Platz direkt im Zuschauerraum lag. Also war es nicht leicht, auf Fehler aufmerksam zu machen, ohne dass die Gäste gestört wurden. Dass man sich als Mitglied der Crew auszeichnen kann, ist ebenfalls nicht sehr einfach, weswegen alle Personen, die halfen, ein Erkennungs-T- Shirt bekommen haben.
In der Zeit der Proben war es sehr spannend, hinter den Kulissen mit zu arbeiten. So hat man auch viele neue Gesichter kennen lernen und Erfahrungen sammeln können. Man hatte die Möglichkeit, alles im Bedburger Schloss zu machen. Man konnte jeden Raum betreten und die Bar als Kühlschrank benutzen. Ich selber durfte nicht mit auf die Bühne, und konnte deshalb während der Durchlaufproben komplett kostenlos zuschauen und mitgebrachtes Trinken oder Essen essen.
Das Team, das für den Bühnenbau zuständig war, hatte nach Anweisung der Regie ein leuchtendes Kreuz gebaut. Dieses Kreuz wurde dann für das Ende des Musicals gebaut und konnte den ganzen Rittersaal erleuchten.
Insgesamt wurden knapp 1150 Karten für die Aufführungen verkauft, was noch mal viel Geld für die beiden Chöre gab. Alle haben dem Projekt weitergeholfen, aber zu erwähnen ist vor allem die Band und der Chorleiter, die bei jedem Stück die Musik gegeben haben. Der Chorleiter des San Francesco Chores Herrmann Jürgen Schmitz ist der Motor des ganzen Projektes. Er hat es möglich gemacht, das Musical aufzuführen und hat die Zusammenarbeit der beiden Chöre geplant.
Wenn ihr noch mehr zum San Franchesco Cohr erfahren wollt, könnt ihr folgende Website betreten: Das sind wir – sanfrancesco2025s Webseite!
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