Im Islam werden täglich fünf Gebete zu festgelegten Tageszeiten verrichtet, von denen ihr vielleicht schon einmal gehört habt, deren Bedeutung und Ablauf ihr jedoch nicht unbedingt erklären könnt. Dazu gehören Fajr, das Morgengebet, Dhuhr, das Mittagsgebet, Asr, das Nachmittagsgebet, Maghrib, das Abendgebet, und Isha, das Nachtgebet. Diese Gebete bestehen jeweils aus zwei bis vier Rakʿa (Gebetseinheiten).
Eine besondere Bedeutung hat das Freitagsgebet, auch „Salat al-Jumuʿah“ genannt, das jeden Freitag stattfindet. Der Ablauf dieses Gebets wird im Folgenden beschrieben.
Wenn am Freitag die Zeit für das Dhuhr-Gebet beginnt, findet die Freitagspredigt statt. Zunächst wird die Gebetswaschung (Wudu) durchgeführt. Dabei werden Hände, Mund, Nase, Gesicht, Arme, Kopf beziehungsweise Haare, Ohren und Füße mit Wasser gereinigt. Die Gebetswaschung bleibt so lange gültig, bis bestimmte Ereignisse eintreten, die sie aufheben. Dazu zählen beispielsweise der Austritt von Ausscheidungen, tiefer Schlaf, Verlust und bestimmte weitere Vorgänge. Ohne eine gültige Gebetswaschung kann das Gebet in der Regel nicht verrichtet werden.
Anschließend kann man freiwillig ein Sunnah-Gebet verrichten, um zusätzliche gute Taten zu sammeln. Dies geschieht vor dem eigentlichen Freitagsgebet. Der Adhan, der Gebetsruf, kündigt die Gebetszeit an und ruft die Gläubigen zum Gebet. Der Imam ist dabei der Vorsteher des Gebets.
Darauf folgt die Freitagspredigt, die auch als Khutba bezeichnet wird. In ihr wird auf Arabisch und Deutsch über ein bestimmtes Thema gesprochen, das den Glauben und das alltägliche Leben betrifft. Dabei geht es beispielsweise um religiöse Inhalte wie das Lesen des Korans sowie die Bedeutung und die regelmäßige Verrichtung des Gebets. Ebenso werden menschliche Eigenschaften und Verhaltensweisen thematisiert. Dazu zählen der respektvolle Umgang mit anderen Menschen, insbesondere mit den Eltern, sowie Barmherzigkeit und Geduld. Auch wird dazu aufgerufen, auf körperliche oder seelische Angriffe nicht mit Gegenangriffen zu reagieren, sondern Konflikte friedlich zu lösen.
Der Prophet Muhammad sagte: „Ich wurde nur entsandt, um die edlen Charaktereigenschaften zu vervollkommnen.“
Nach der Predigt folgt die Iqama, der zweite, kürzere Gebetsruf. Sie kündigt den unmittelbaren Beginn des Gebets an. Die Anwesenden erheben sich, ordnen sich in geschlossenen Reihen an und bereiten sich auf das gemeinsame Gebet vor.
Nun beginnt das Freitagsgebet, das aus zwei Rakʿa (Gebetseinheiten) besteht. Der Imam rezitiert dabei die sogenannte Surah, also ein Kapitel des Korans, laut, während die Gläubigen dem Vortrag aufmerksam folgen und sich auf das Gebet konzentrieren.
Nach dem Gebet sprechen die Gläubigen häufig persönliche Bittgebete (Duʿa) an Allah, den Schöpfer. Anschließend verlassen sie die Moschee und kehren in ihren Alltag zurück.
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