Fast alle haben Freunde, die mit ihrer Freundlichkeit und Empathie einem den Tag richtig versüßen können… oder so. Deswegen stelle ich euch nun den besten Tag vor, den man je erlebt haben könnte.
!DISCLAIMER!: Dieser Beitrag dient zur Unterhaltung und zielt auf keine bestimmte Person ab! Ähnlichkeiten mit anderen Personen sind rein zufällig!
Ich stehe um 6:45 Uhr auf, wie es der vernünftige Schüler tut. Ich lese nochmal kurz meine Whatsapp Nachrichten durch, bevor ich mich fertig machen möchte. Und DA sehe ich es: 1 Nachricht in der Klassengruppe von Freund 1:
„Hat einer bitte Chemie Hausaufgaben, ich hab sie leider vergessen“
„Ja ok, ich kanns dir schicken“
„Hat auch jmd Deutsch… und Mathe?“
Natürlich bin ich nett und schicke alle Hausaufgaben, weil ich nicht zu den Leuten gehöre, die sich für was kognitiv Überlegenes halten und ihre Hausaufgaben nicht rausrücken oder noch besser, sie für Geld verleihen. Als er dann meinen doppelseitigen Aufsatz in Deutsch sieht, fragt er natürlich erstmal entspannt danach, ob ich es zusammenfassen könnte.
Nachdem ich, als nun fauler Sack getaufter Schüler, ins Bad gehe, klingelt es schon an der Tür. Es ist Freund 2, der mich allein nur dafür packt, dass ich im Begriff bin, mit dem Auto/Bus zu fahren, aufgrund meiner Grippeinfektion letzte Woche. Er möchte mich nämlich wieder mit seinem – leicht frisierten – E Scooter demütigen, während ich mit meinem Fahrrad aus Jesus Zeiten hinterherrattern muss. Da ich mich aufgrund der Diskussion über die Hausaufgaben nicht mehr im Zeitplan befinde, putze ich in Lichtgeschwindigkeit meine Zähne und ziehe mich um. Mit vorwurfsvoller Miene werde ich von Bro erwartet und wir fahren los. Auf dem Weg begegnen wir noch Schülern aus der Parallelklasse, die von einer Zigarette Gebrauch machen und allein auf dich losgehen, wenn du sie falsch anguckst. Angekommen in der Schule merke ich, dass ich alle meine Hausaufgaben auf meinem Schreibtisch zuhause gelassen habe1.
Der Lehrer kommt. Ich – mit dem Wissen, dass ich geknechtet bin – stecke mein Handy in meinen Rucksack und nicht in die Handytasche³. Ich versuche möglichst unauffällig zu sein, aber es ist zu spät: Mein bester Freund (Freund 3) hat es gesehen und er ist in der gesamten Klasse dafür bekannt, sich einzuschleimen. Nicht nur, dass er mich aufgrund der Handytasche verraten wird; nein, er wird dem Lehrer herzlich die Kunde übermitteln, dass ICH seine Hausaufgaben gefressen hätte, aber er extra nochmal neue gemacht hätte und dass ich böswillig meine Hausaufgaben bei ihm abgeschrieben hätte (nicht nur Freund 1 von eben hat von meinen Hausaufgaben profitiert). Es kommt, wie ich es wusste. Weil ich zu dem Zeitpunkt mich gerade GAR NICHT aufregen könnte, quatscht mich Freund 4 von der Seite an und flüstert laut:
„Würde mir ja stinken1“
„Sei doch einfach leise…“
„HERR LEHRER…“, knatscht der Schüler
„Jonathan hat mich beleidigt!“
Nach dem größten Kampf meines Lebens, meine Fäuste unten zu lassen, kommt der gleiche Freund um die Ecke und quatscht mich an, WÄHREND ich gerade mich melde und einen Beitrag zu Protonen mache:
DaS iSt DoCh AlLeS fAlScH wAs Du Da SaGsT, Du hast es Prooton ausgesprochen, es heißt Proton!
Aber ich lasse mich bestimmt nicht von einem Wesen flachlegen, das „war“ mit h schreibt. Er versucht sich als etwas Besseres darzustellen, nur weil er in Chemie etwas besser ist als ich. Er fühlt sich sogar so überlegen, dass er nicht mit Mädchen spricht und sich gleichzeitig wundert, warum er bei der Klassensprecherwahl keine einzige Stimme bekommen würde.
Nach Schulstunden des gleichen Musters geht es in den wohlverdienten Ruhestand (für ca. 17 Stunden). Da kommen die beiden Zocker aus Ecke 7 und wollen, dass ich am Nachmittag oder Abend mit ihnen zocke. Das Problem: Sie hassen sich gegenseitig und sind nicht loyal genug, sich in mich hineinzuversetzen und zu merken, dass ich morgen 2 Tests und eine Arbeit schreibe.
„Hättste´ mal Französisch gewählt, dann wärst du nicht so illoyal und würdest 5 Stunden vorm PC mit mir verbringen.“
- Der Mensch, der keine 2 Sätze ohne Rechtschreibfehler bilden kann².
Auch nervig ist, dass ich kaum mit Mädchen sprechen kann, ohne Kommentare eingeworfen zu bekommen. Ein Fallbeispiel:
„Könntest du mir die Aufgabe nochmal genau erklären?“
„Ja, klar, was brauchst du de-“
„Uiiiiiiiiii“
„läuft bei dir bro“
„Awwwwww wie süüüüüß“1
Vor allem bei diesem Thema lassen deine Freunde bis zum Tod nicht locker; alle versuchen, dir das Leben in der Schule zur Hölle zu machen und erinnern dich an jede Situation, in der du nett zu Mädchen warst. Und im besten Falle hast du gerade das Thema Liebeslyrik in Deutsch und du bekommst viel Zwinkern seitens deiner Freunde1.
Themenwechsel: Jede Freundesgruppe führt einen internen Krieg, was Kunst und Musik betrifft. Hier gibt es einige Typen, wie den, der Kunst komplett ablehnt, nicht malen kann und komplett unmusikalisch ist, aber trotzdem ein Instrument spielt und somit denke, er sei musikalisch. Typ 2 ist musikalisch, spielt Instrumente und beschäftigt sich in der Freizeit mit Kunst (kann aber trotzdem nicht malen). Seine Musik Playlist umfasst über 200 Lieder, die er gefühlt auswendig kann. In vielen Fällen hat er sogar einen Musikgeschmack und für ihn existieren noch ältere Lieder. Typ 3 ist so verloren, dass er nicht mal Michael Jackson oder Queen kennt, geschweige denn Thriller oder We will rock you (aber natürlich bekommt er die 1 in beiden Fächern und betont seine Leistung während des Schuljahres). Noch nicht mal die Tonleiter auf dem Xylophon kann er spielen… Typ 4 kennt sich mit Kunst und Musik aus, aber irgendwie auch nicht…
Dafür sind alle meine Freude (außer mir) sehr dafür begabt, meine Flaschen zu klauen und sie zu zerstören. Allein im letzten Schuljahr hätte ich Amazons Profit große Konkurrenz machen können mit dem Geld, was wegen verlorenem Pfand durch die Decke geflossen ist.
1Das offene Fenster in Etage 2 sieht echt verlockend aus…
²Hätte er doch bloß einen Deutsch Crashkurs bei Herrn Arling gehabt.
³Frei erfunden!
Illustratorin: Helena Kremer
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